Time Machine Backup auf einem Samba Netzlaufwerk abspeichern

geschrieben am 30.01.2016
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Time Machine Backup auf einem Samba Laufwerk

Time Machine heißt die Backupsoftware von Apple. Mit Time Machine kann jeder Nutzer eines Macs sicher und zuverlässig Backups seiner Daten und seines Systems erstellen. Sie ist standardmäßig auf allen Mac-Geräten installiert und ist somit den meisten Apple Nutzern ein Begriff. Wie man Time Machine auf dem Mac einrichtet, können Sie in unserem Wissensartikel auf ionas.com lesen, doch das Ganze funktioniert eben nur, wenn man sich an die von Apple gegebenen Standards hält bzw. die teure Timecapsule von Apple kauft.

Was viele nicht wissen, ist das es auch möglich ist Backups der Time Machine auf normale Netzlaufwerke oder externe Festplatten zu machen. Natürlich macht es Apple einem nicht ganz leicht vom vorgesehenen Standard abzuweichen, doch es ist möglich und kann sich aufgrund des teuren Anschaffungspreises einer TimeCapsule durchaus lohnen.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie ein Backup Ihres Apple Rechners auf einem Samba-Netzlaufwerk einrichten können. Dies ist beispielsweise für Nutzer eines ionas-Servers interessant, da dieser viel Speicherplatz und die notwendigen Samba-Netzlaufwerke mitbringt.

Voraussetzungen für Time Machine im Netzwerk

Um Daten im Netzwerk abzulegen und abzurufen, benutzt Apple das Apple Filling Protocol (AFP), welches das Festplattenformat HFS+ unterstützt. Das Problem dabei ist, dass dieses Protokoll eigentlich nur von Apple unterstützt wird. Doch auch wenn Apple „AFP“ bevorzugt, heißt dies nicht, dass es andere Protokolle wie das Samba Netzlaufwerkprotokoll „SMB“ (=Server Message Block) nicht unterstützt. Im Gegenteil, Apple unterstützt sowohl SMB als auch andere Netzwerkprotokolle um sich mit Windows Servern verbinden zu können.

Doch mit dem SMB Protokoll ist nur eine Vorausetzung erfüllt. Die zweite notwendige Voraussetzung ist die Festplattenformatierung. Time Machine erwartet und benötigt einen Speicherort – in der Apple Sprache „Volume“ genannt – welches in HFS+J formatiert ist. Festplatten, die mit SMB angesprochen werden, sind jedoch nicht mit HFS+J formatiert. Da man die Festplatte nun nicht einfach in HFS+J formatieren kann ohne Sie gleichzeitig für andere Einsatzzwecke unbrauchbar zu machen, muss man Time Machine irgendwie dazu überreden, auf ein SMB-Laufwerk zu schreiben.

Festplattenvoraussetzung erfüllen

Als erstes wollen wir die Time Machine dazu überreden, dass sie auf ein Samba-Laufwerk schreibt. Dazu muss ein sogenanntes Sparse Image erzeugt werden. Um ein solches Image zu erstellen, gibt es zwei Wege. Der erste Weg führt über das Terminal Ihres Macs. Öffnen Sie dazu das Terminal über die Dienstprogramme oder über Ihre Spotlight suche. Im Terminal geben Sie nun den folgenden Befehl ein und bestätigen diesen mit Enter.

cd Desktop

Mit diesem Befehl begeben Sie sich im Terminal auf die Schreibtisch Ebene Ihres Macs. Anschließend erstellen Sie mit dem folgenden Befehl ein Sparse Image.

hdiutil create -size 600g -type SPARSEBUNDLE -fs "HFS+J" -volname TimeMachine TimeMachine.sparsebundle

Dieses hat den Namen ‚TimeMachine‘ und eine virtuelle Größe von 600GB. Außerdem ist das Sparse Image direkt in HFS+J formatiert. Die Größe des Sparse Image ist immer abhängig von der Größe Ihrer internen zu sichernden Festplatte. Als Faustregel gilt, das Sparse Image muss das Doppelte der Größe Ihrer Festplatte haben.

Image für ein per smb verbundenes Laufwerk

Wenn Sie nicht so gerne mit dem Terminal arbeiten, gibt es auch die Möglichkeit das Sparse Image über das Festplattendienstprogramm zu erstellen. Dafür öffnet man das Festplattendienstprogramm auf demselben Weg wie auch das Terminal. Nachdem das Festplattendienstprogramm gestartet ist, klicken Sie in der Menüleiste auf Ablage. Im Kontextmenü wählen Sie nun Neues Image und anschließend Leeres Image. Bis MacOS 10.10 finden Sie den Button für ein neues Image direkt im Fenster des Festplattendienstprogramms. Im Anschluss daran, öffnet sich ein Dialogfenster. Geben Sie bei Name und bei Sichern unter… einen Aussagekräftigen Namen ein, das ist vor allem dann wichtig wenn Sie mehrere Macs auf einem per SMB freigegebenen Laufwerk sichern möchten. Wichtig ist das Sie bei Image Format die Option Mitwachsendes Bundle-Image auswählen. Damit ist der erste Schritt getan.

Sparse Image und die Samba-Freigabe

smb Laufwerk verbinden smb laufwerk mit gehe zu verbinden

Im nächsten Schritt, kopieren wir unser Sparse Image auf das Netzlaufwerk. Dazu Verbinden wir uns mit dem SMB Laufwerk, indem wir den Finder anklicken und anschließend in der Menüleiste auf Gehe zu… klicken. Anschließend wählen wir Mit Server verbinden oder alternativ können Sie auch die Tastenkombination CMD+K benutzen, um in das Mit Server verbinden… Dialogfenster zu gelangen. In diesem Dialogfenster geben wir nun smb:// gefolgt von der IP Adresse des Samba Laufwerkes ein. Nachdem Sie Ihr SMB-Laufwerk eingebunden haben, kopieren Sie das Sparse Image auf das Laufwerk. Damit ist auch der Schritt abgeschlossen.

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Einbinden des Sparse Images vom Netzlaufwerk

Als nächstes aktiviert man das Sparse Image. Das ist sehr einfach, den man klickt dazu einfach mit einem Doppelklick auf das Sparse Image. Ist das geschehen, sehen wir, dass der Mac ein zusätzliches Laufwerk mit dem Namen TimeMachine eingebunden hat. Damit ist schon der dritte Schritt erledigt. Kommen wir nun zum letzten und wohl wichtigsten Schritt.

Aktivieren der Time Machine für zukünftige Backups

In diesem letzten Schritt aktivieren wir nun die Time Machine Backups. Dazu öffnen wir die Systemeinstellungen und klicken auf Time Machine. Nachdem Time Machine aufgerufen ist, aktivieren wir die Backup Software mit dem Ein/Aus-Schalter. Anschließend klicken wir auf Volume auswählen und suchen uns das Laufwerk TimeMachine. Um dieses nun als Sicherungsmedium auszuwählen, klicken wir es einfach an und bestätigen die Auswahl mit OK. Ab sofort speichert Time Machine nun das Backup auf Ihrem Samba Laufwerk. Sollte Time Machine das erzeugte Volumen nicht erkennen, ist eine Nutzung des Terminals unvermeidbar. Öffnen Sie dazu das Terminal und geben folgenden Befehl ein.

sudo tmutil setdestination /Volumes/TimeMachine

Sie werden anschließend im Terminal nach einem Passwort gefragt, geben Sie hier das Passwort Ihres Mac Benutzers ein.

Fazit: Time Machine Backups auf einem Samba Netzlaufwerk sind möglich

Apple hat seine eigenen Ansichten wie etwas funktionieren soll. Das ist für Apple Nutzer mit der Bereitschaft sich voll auf alle Apple Produkte einzulassen, sicher angenehm. Gleichzeitig bedeutet dies, dass man für Backups eine TimeCapsule kaufen muss, deren Speicherplatz knapp doppelt so viel kostet wie eine vergleichbare Festplatte. Zum Glück gibt es aber Möglichkeiten die Apple Mechanismen auszuhebeln. In diesem Wissensartikel haben wir Ihnen gezeigt, wie man Time Machine dazu bringt das Daten- oder Systembackup auf einem Samba Netzlaufwerk anzulegen. Besitzer eines ionas-Servers wird es freuen, dass es nicht immer eine Time Capsule von Apple sein muss, sondern dass der ionas-Server auch als Backup-Ziel verwendet werden kann.


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Kommentar


Hallo Lars Glinker,
tolle Anleitung, aber was bedeutet der folgende Satz: „Als nächstes aktiviert man das Sparse ImageSparse Image.“
Wie AKTIVIERE ich ein Sparse Image? was ist dort zu tun?
(Ausserdem: Sicher ist damit das Sparse Image TimeMachine gemeint, oder?)

ich warte auf eine hilfreiche Antwort, da ich gerne der Routine folgen möchte…
Grüße,
Kailash

Hallo Kailash,

bei der letzten Überarbeitung hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Wir haben den Schritt „Einbinden des Sparse Images vom Netzlaufwerk“ als auch den Schritt „Aktivieren der Time Machine für zukünftige Backups“ aktualisiert.

Beste Grüße
Lars Glinker

Danke, das hat mir sehr geholfen! Ich hatte bis vor kurzem eine Fritzbox, seit dem Umzug muss ich allerdings einen Speedport von der Telekom benutzen. Da dieser kein afp://xxx unterstützt, blieb mir nur noch smb und da gibt’s ja angeblich seit MacOS Sierra eine volle Unterstützung von smb für Time Machine… Denkste 😉
Also danke nochmal!


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